Kichererbsen-Risotto-Shoyu
Koji-Phase abgeschlossen · Shoyu in Reifung
Mein Kichererbsen-Risotto-Shoyu hat die nächste Etappe erreicht: Der Koji aus Kichererbsen und dunkel geröstetem Risottoreis ist fertig und wurde mit Salz und Wasser vermischt. Jetzt beginnt die Reifung. Hier bleibt der gesamte Weg vom ersten Einweichen bis zum aktuellen Ansatz dokumentiert.
Nach fünf Tagen: Farbe, Flüssigkeit und Geruch
Am 26. Oktober habe ich den fertigen Koji mit Salz und Wasser angesetzt. Fünf Tage später zeigen die neuen Aufnahmen den Shoyu im Glas, das Abnehmen des Tuchs und Details von Oberfläche und Maische.
Gegenüber der hellbeigen Aufnahme vom 26. Oktober wirkt der Ansatz jetzt deutlich gold- bis bernsteinbrauner. Auch die Flüssigkeit erscheint kräftiger gefärbt. Beleuchtung, Weissabgleich und Aufnahmewinkel unterscheiden sich jedoch; der Vergleich zeigt einen sichtbaren Eindruck, keine exakte Farbmessung.
Oben ist eine zusammenhängende Flüssigkeitsschicht zu sehen. Die Kichererbsen bleiben als einzelne Stücke erkennbar; darunter liegen die feineren Reisbestandteile in einer körnigen Maische. Die Aufnahmen zeigen die Verteilung von Flüssigkeit und Feststoffen, belegen aber noch keinen bestimmten Abbaugrad.
Meine Geruchsbeobachtung: interessant und leicht nussig, nicht abstossend oder modrig.
26. Oktober und 31. Oktober im Vergleich
Bei der klassischen Shoyu-Reifung wird Koji mit Salzlake zur Moromi-Maische vermischt. Während der Reifung tragen Enzyme und Mikroorganismen zur Entwicklung von Geschmack, Geruch und Farbe bei. Das ist der fachliche Hintergrund; welche Vorgänge die Veränderung meines Kichererbsen-Risotto-Ansatzes im Einzelnen erklären, lässt sich aus den Bildern allein nicht bestimmen.
Fachlicher Hintergrund
Fachlicher Hintergrund zur klassischen Sojasaucen-Reifung; keine Messung meines Versuchsansatzes.
Kikkoman · Making Soy Sauce · Aging of MoromiDie Kontrolle nach fünf Tagen
“Backbay Lounge” · Kevin MacLeod · incompetech.com
CC BY 4.0 · Musik gekürzt, Lautstärke angepasst und Ton ein-/ausgeblendet.
Vom fertigen Koji zum Shoyu-Ansatz
Koji-Herstellung abgeschlossen
Die Koji-Phase ist für diesen Ansatz abgeschlossen. Die Fotos und der kurze Film zeigen den fertigen Kichererbsen-Risotto-Koji vor dem weiteren Ansetzen.
Mit Salz und Wasser vermischt
Ich habe den fertigen Koji mit Salz und Wasser vermischt und ins Glas gefüllt. Das Gesamtgewicht des Ansatzes beträgt 2’750 g. Bei der Shoyu-Herstellung wird die Maische aus Koji und Salzlake als Moromi bezeichnet. Die einzelnen Salz- und Wassermengen sind hier noch nicht dokumentiert.
Abgedeckt und zur Reifung aufgestellt
Das Glas ist mit einem atmungsaktiven Tuch abgedeckt. Die Messung in der Box zeigt aktuell 21,9 °C und 55 % relative Luftfeuchtigkeit. Das sind Umgebungswerte in der Box, keine Messwerte aus dem Inneren der Maische.
Mein Plan für die nächste Zeit
Ich lasse den Ansatz zunächst ein bis drei Monate reifen und beobachte seine Entwicklung. Im ersten Monat plane ich, ihn einmal pro Woche mit sauberem Werkzeug umzurühren; danach gelegentlich nach dem Verlauf. Diese Angaben beschreiben meinen Versuchsplan, keine allgemeingültige Reifezeit oder geprüfte Rezeptur.






Fachlicher Hintergrund
Koji mit Salzlake bildet bei Shoyu die Moromi-Maische. Umrühren wird in der Shoyu-Herstellung eingesetzt; eine Studie untersuchte wöchentliches Rühren unter festgelegten Salz- und Temperaturbedingungen. Diese Ergebnisse sind keine direkte Prüfung meines Kichererbsen-Risotto-Ansatzes. Auch die Abdeckung einer Shoyu-Maische lässt sich nicht pauschal auf Miso-Paste übertragen.
Der fertige Koji im kurzen Film
“AcidJazz” · Kevin MacLeod · incompetech.com
CC BY 3.0 · Musik gekürzt, Lautstärke angepasst und Ton ein-/ausgeblendet.
Wenden, Sauerstoff und Eigenwärme
Gewendet und aufgelockert
Ich habe den Kichererbsen-Risotto-Koji gewendet und aufgelockert, damit frischer Sauerstoff an den Ansatz gelangt. Aspergillus oryzae benötigt Sauerstoff für sein Wachstum. Das Auflockern kann den Luftaustausch im Ansatz und die Abgabe angestauter Wärme unterstützen.
25 °C eingestellt, 30 °C angezeigt
Bei dieser Kontrolle waren 25 °C eingestellt; das Thermometer zeigte 30 °C. Aspergillus oryzae erzeugt bei seiner Atmung Wärme. Die beobachtete Differenz passt zu dieser Eigenwärme, beweist allein aber nicht, dass sie vollständig dadurch entstanden ist. Auch Fühlerposition, Messabweichungen und die Temperaturregelung können die Anzeige beeinflussen.
Wieder zugedeckt und weiter beobachtet
Nach dem Wenden habe ich den Ansatz wieder mit dem Tuch zugedeckt und lasse ihn im Inkubator weiterlaufen. Ich beobachte Temperatur und Entwicklung weiter. Bei zunehmender Aktivität kann sich Wärme im Ansatz stauen; zu hohe Temperaturen können das Wachstum beeinträchtigen. Eine feste Absterbetemperatur lässt sich für diesen Ansatz daraus nicht ableiten.



Fachlicher Hintergrund
Die Studien untersuchen Modellsysteme der Feststofffermentation. Sie belegen den Zusammenhang zwischen Sauerstoffversorgung, Atmung und Wärmebildung, messen aber nicht meinen Ansatz.
Die Kontrolle im kurzen Film
“Pyro Flow” · Kevin MacLeod · incompetech.com
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Vom Einweichen bis zum Impfen
Kichererbsen vorbereiten
Die Kichererbsen habe ich vier Stunden bei Zimmertemperatur eingeweicht und anschliessend abgeseiht. Danach habe ich sie ungefähr eine Stunde sanft köcheln lassen: weich genug, um sie leicht zwischen Daumen und Zeigefinger zu zerdrücken, aber nicht zerkocht.
Risottoreis rösten und schroten
Währenddessen habe ich den Risottoreis bei 170 °C dunkel geröstet. Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur habe ich ihn mit einer Getreidemühle geschrotet.
Mischen, abkühlen und impfen
Kichererbsen und geschroteten Röstreis habe ich vermischt, nochmals auf etwa 35 °C abkühlen lassen und mit Aspergillus oryzae geimpft. Anschliessend kam der Ansatz in den Inkubator. Daraus soll das Kichererbsen-Risotto-Koji als Grundlage für mein Shoyu entstehen.
Die Vorbereitung im kurzen Film
Vom Einweichen über das Rösten bis zum Start im Inkubator. Rund 37 Sekunden aus diesem neuen Ansatz.
“Pyro Flow” · Kevin MacLeod · incompetech.com
CC BY 4.0 · Musik gekürzt, Lautstärke angepasst und Ton ein-/ausgeblendet.
Einblicke in die Vorbereitung




Wie es weitergeht
Die Herstellung des Koji und das Ansetzen mit Salz und Wasser sind abgeschlossen. Der Shoyu bleibt in Reifung und weiterhin unter „Aktuell im Blick“ angepinnt. Nach dem geplanten Beobachtungszeitraum folgen weitere Kontrollen; ob und wann der Ansatz fertig ist und wie er anschliessend verarbeitet wird, dokumentiere ich separat.